M. b. 20.10.2014 21:42:45
Ist jemand dumm ,wenn jemand trinkt?
Tibor Rasovszky
Es gibt viele Gründe Alkohol zu trinken, mit Dummheit hat das aber in der Regel wenig zu tun. Die Gründe reichen von Genuss über den Versuch Probleme damit zu bewältigen bis hin zu einer Abhängigkeit, bei der es sich um eine Krankheit handelt. Alkoholkranke sind auf jeden Fall nicht als dumm zu bezeichnen, sondern leiden sehr unter ihrem Konsum und sollten Hilfe bekommen statt abgestempelt zu werden.
t. t. 20.10.2014 21:48:13
Kann man denn auch ohne Medikamente kontrolliert trinken?
Tibor Rasovszky
ja, natürlich kann man das. Die meisten Menschen die Alkohol trinken tun genau dies, allerdings ohne es bewusst planen zu müssen. Viele können mit Hilfe eines Trinktagebuchs und einer Planung ihres Trinkens im Hinblick auf wann, wieviel und wie oft bereits sehr gute Erfolge erzielen, ohne ein Medikament zu Hilfe nehmen zu müssen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall immer wert.
C. P. 20.10.2014 21:53:44
Meine Mutter trinkt jeden Abend bis sie im Rausch ist. Wie kann ich ihr helfen? Wie nennt man diesen Typ der Alkoholsucht? Ich hab sie schon angesprochen, mehrmals aber erfolglos. Ich kann nicht gut mit ihr sprechen, weil unsere Beziehung nicht so toll ist. Danke für die Information
Oliver Grehl
Wenn jemand jeden Abend bis zum Rausch trinkt, dann lohnt es sich sicherlich, hier genauer hin zu schauen. Ich rate Ihnen, sich in einer Alkohol- Beratungsstelle zu informieren und allenfalls auch Hilfe für sich im Umgang mit Ihrer Mutter zu holen.
M. b. 20.10.2014 21:56:34
Ich kenne eine person die sehr viel trinkt und diese person hat sich so verändert und ich bin segr traurig darüber denn diese person wurde schon mehrmals gewalttätig.
Tibor Rasovszky
Wenn man unter Alkoholeinfluss zu Gewalt neigt, kann das bedeuten, dass man mit dem Alkohol ein ernstes Problem hat. Es ist aber auch möglich, dass unter dem Einfluss von Alkohol ein eigentlich von diesem unabhängiges Problem zum Vorschein kommt, das sich in Gewaltausübung manifestiert. Es wäre sicher wünschenswert dass sich jemand der dazu neigt in eine Beratung oder Behandlung begibt. Ebenso wichtig ist aber, dass Sie selber Unterstützung bekommen, mit ihrer Trauer umzugehen oder sich vor Gewalt zu schützen, falls Sie solche selber abbekommen. Dazu ist nicht zwingend eine Therapie nötig, da kann Ihnen allenfalls auch eine Opferberatungsstelle weiterhelfen.
s. r. 20.10.2014 21:58:10
Wie heisst das Medikament?
Tibor Rasovszky
Das Medikament heisst Selincro und der Wirkstoff Nalmefen. Es wird ab dem 1. November in der Schweiz zugelassen und von der Krankenkasse übernommen werden.
M. L. 20.10.2014 22:01:24
Guten Abend wenn ich jeden Tag am Abend 1-2 Glas Weisswein zum Apéro und 1Glas Rotwein zum Essen trinke ist das zuviel? Ich kann aber sehr gut auch mal mehrere Tage gar kein Alkohol trinken oder einfach auch Tage zwischendurch verzichten ohne das Gefühl zu haben das mir etwas fehlt.
Oliver Grehl
Die Grenze für Risikokonsum wird von der Weltgesundheitsorganisation bei Männern bei 3 Standarddrinks und bei Frauen bei 2 SD angegeben. Ein SD ist die Menge eines alkoholischen Getränks, die in einem Restaurant verkauft wird (z.B. eine Stange Bier). Weiterhin sollte man 2 alkoholfreie Tage pro Woche einhalten und man darf die Menge nicht auf einen Tag zusammenfassen! Mit IHrer Mhnge wären Sie als Mann also noch knapp ausserhalb des Risikobereiches, vorausgesetzt Sie schenke zu Hause Restaurant- Portionen ein...
A. B. 20.10.2014 22:02:14
Guten Abend Herr Dr. Grehl, seit den Filmaufnahmen für meinen Beitrag sind wieder 2 Wochen vergangen, in welchen ich die Reduktion um 85 % weiter beibehalten konnte. Ich nehme Selincro nur noch ca. jeden 4. Tag und fühle mich überglücklich. Liebe Grüsse André Braunschweiler
Oliver Grehl
Nochmals herzlichen Glückwunsch zu Ihrer beeindruckenden Leistung!
G. H. 20.10.2014 22:02:37
kann ich nach 8 jahren trockenheit ... ein glas am tag trinken....!!!
Tibor Rasovszky
Das hängt davon ab, wie schwer ihr Alkoholproblem früher war. Bei sehr schwerer Alkoholabhängigkeit würde ich davon eher abraten, falls es sich aber um einen risikoreichen Konsum gehandelt hat, ohne dass Entzugssymptome bei Verzicht auf Alkohol aufgetreten sind, dann kann man es unter Umständen versuchen. Die Frage ist aber im Chat nicht abschliessend zu beantworten und es wäre sicher eine gute Idee, das mit einer Fachperson zu besprechen, idealerweise jemand der weiss wie Ihr Alkoholkonsum vor der Abstinenz ausgesehen hat.
M. L. 20.10.2014 22:11:38
Guten Abend ich trinke jeden Tag 1-2 Glas Weisswein zum Apéro und 1 Glas Rotwein zum Essen. Ist das zuviel? Ich kann aber ohne Problem mehrere Tage darauf verzichten oder mal einen Tag zwischen durch ohne das mir etwas fehlt. Muss ich etwas ändern? Danke für Ihre Antwort
Tibor Rasovszky
Für eine Frau ist die angegebene Menge in einem mittleren Risikobereich. Da Sie aber auch einige Tage ohne Alkohol sein können, ohne dann Entzugssymptome zu haben, sind Sie nicht abhängig im engeren Sinn. Es wäre sicher gut, Ihren Alkoholkonsum im Auge zu behalten und zwischendurch auch ganz bewusst Tage ohne Alkohol einzulegen. Dabei kann Ihnen ein Konsumtagebuch mit einer Wochenplanung helfen. Sollte Sie Schwierigkeiten haben, bewusst alkoholfreie Tage einzulegen, dann würde ich Ihnen eine Beratung in einer Suchfachstelle und allenfalls ein Behandlung empfehlen.
R. B. 20.10.2014 22:16:45
Mein Sohn (31) trinkt jeden dritten Abend bis am Morgen. Wenn er 1 Glas Bier trinkt, dann ist der Abend nicht mehr zu retten. Er sagt, er sei kein Alkoholiker, er geniesse es. Mein Mann und ich konnten ihn einmal überreden, in Therapie zu gehen. Er war einige Male zu einem halbstündigen Gespräch. Die Psychiaterin gab ihm das Gefühl, dass es gar nicht so schlimm sei. Wie können wir ihn dazu bringen, dass er endlich eine Kapazität auf diesem Gebiet aufsucht? Was habe ich für Möglichkeiten?
Oliver Grehl
Vielleicht wäre eine niedrigschwelligere Beratung. wie zum Beispiel in der Berner Gesundheit für Ihren Sohn oder auch für Sie als Eltern eine gute Idee. Es könnte auch etwas bringen, wenn Sie als Familie zu einer Fachperson gehen würden, damit Sie direkt Ihre Haltung zum Thema in der Therapie äussern können. Im Kanton Bern kann ich hier die Stiftung Berner Gesundheit empfehlen (www. beges.ch)
M. b. 20.10.2014 22:16:54
Die person ging schon mehrmals in therapie aber wurde dann schnell wieder abhänging. Ich glaube es hängt daran, dass ihm das sorgerecht seiner kinder entzogen wurde...
Oliver Grehl
Private oder soziale Probleme können sicherlich eine Abhängigkeitserkrankung fördern, sind aber selten der alleinige Grund für den Konsum. Wenn diese Person vielleicht einmal eine ambulante Beratung oder eine psychotherapeutische Begleitung in Anspruch nehmen möchte? Allenfalls wäre auch ein Einbezug der (ex-) Familie eine gute Idee?
B. R. 20.10.2014 22:17:04
ich will nur wissen, wie das neue Medikament heisst, könnte für mich geanu pasen, ich würde dann mit meinem Hausarzt regeln
Oliver Grehl
Der Wirkstoffname ist Nelmefene, der Handelsname lautet Selincro
N. B. 20.10.2014 22:17:12
Guten Abend. Ich weiss rational, dass ich zu viel trinke, allein abends 4-6 dl Wein, in Gesellschaft mehr. Ich fühle mich aber gut und leistungsfähig, bin sehr sportlich. Wenn ich wirklich will, kann ich tage- oder gar wochenlang verzichten. Muss ich wirklich etwas ändern, weil mein Konsum statistisch gesehen zu hoch ist?
Oliver Grehl
Dieses Konsumverhalten ist sicherlich grundsätzlich und auf Dauer riskiobehaftet, auch wenn Sie heute vielleciht noch keine Folgeerscheinungen bemerken. Vielleicht könnte es eine gute Idee sein, sich einmal mit einer Beratungsstelle in Verbindung zu setzen und den Konsum und die Pausen einmal genauer anzuschauen.
M. H. 20.10.2014 22:17:24
Ist man schon alkoholsüchtig, wenn man pro Tag drei Flaschen Bier à 0.5 l trinkt und dann wieder ein paar Tage lang nichts.
Oliver Grehl
Die Diagnose einer Sucht richtet sich einerseits nicht nach der Menge, die eingenommen wird, kann aber andererseits auch eher nicht über einen solchen Chat gestellt werden. Wenn Sie sich Sorgen über Ihr Konsumverhalten machen, könnten Sie sich mit Ihrem Hausarzt oder einer Beratungsstelle in Verbindung setzen?
R. C. 20.10.2014 22:17:36
Eine Frau wo trinkt ist dass schädlich wenn sie noch Kinder will
Oliver Grehl
Sie haben sicherlich recht. Alkoholkonsum und eine (geplante) Schwangerschaft passt aus gesundheitlichen Gründen nicht zusammen. Hier kann der Frauenarzt oder eine Hebamme sicherlich guten Rat geben.
T. F. 20.10.2014 22:17:49
Guten Abend, ab wann spricht man von Alkoholabhängigkeit? Ich trinke regelmässig nach dem Feierabend zwischen zwei oder drei Gläser Weisswein und am Wochenende auch mal gerne mehr wenn ich in Gesellschaft bin. Das kann manchmal soweit gehen, dass ich im wahrsten Sinn des Wortes sturzbetrunken nach Hause gehe. Andererseits kann ich aber auch über mehrere Tage ganz ohne Alkohol auskommen.Gelte ich mich mit meinem Trinkverhalten schon als alkoholabhängig?
Oliver Grehl
Ich glaube nicht, dass man hier über einen Chat eine Diagnose stellen kann. Wichtig ist, ob es Ihnen ein Anliegen sein könnte, Ihr Konsumverhalten zu überdenken. Dies könnte ein Anlass sein, sich mit Ihrem Hausarzt/ Ihrer Hausärztin in Verbindung zu setzen oder mit einer Beratungsstelle für Alkoholfragen.
R. L. 20.10.2014 22:18:06
Guten Abend, ich habe eine Frage zum Selincro. Ist es denkbar, dass ein trockener Alkoholiker das Medikament auf sich trägt, um im Falle eines Ausrutschers etwas zur Hand zu haben und so das Trinken wieder unterbrechen zu können, so dass es nicht zum schweren Rückfall kommt? Sozusagen als Notfallmedikament zur Schadensbegrenzung?
Tibor Rasovszky
Das ist grundsätzlich denkbar und auf jeden Fall besser als nichts zu unternehmen. Idealerweise sollte so ein Vorgehen aber von einer kognitiven Verhaltenstherapie begleitet werden. Das Medikament ist eigentlich nicht dazu gedacht, nach einer Abstinenz kontrolliertes Trinken aufzubauen, aber wenn eine erreichte Abstinenz nicht aufrechterhalten werden kann oder will, dann ist es sicher besser es damit zu versuchen, als einen massiven Absturz zu riskieren. Dass ein solcher mit Selincro aber auf jeden Fall verhindert werden kann, ist nicht mit Sicherheit zu sagen.
A. B. 20.10.2014 22:20:28
Ich Trinke seit Jahren nur am Wochenende, wen Ich anfange dann bis zum Rausch. Schlimm sind an Feste,Chilbi wo Bierstände sind, da muss Ich sofort hin. Ich wünsche mir das kontrolierte Trinken. Wäre das Medikament eine Chance für mich?
Oliver Grehl
Kontrolliertes Trinken wäre theoretisch eine Möglichkeit. Wenn Sie in Bern wohnen, kann ich Ihnen raten, die Berner Gesundheit in der Eigerstrasse 80 (031 370 70 70) zu kontaktieren. Allenfalls könnte man dieses Programm tatsächlich mit diesem Medikament kombinieren. das kann man aber in einem unverbindlichen Vorgespräch mit Ihnen klären.
D. K. 20.10.2014 22:23:02
Betreffend Erblichkeit: Ist eine Sucht dieser Art auf gewisser Weise auch Erbbar, wenn mehrere Generationen davon betroffen waren? Ich nehme aber auch an, dass soziale Faktoren eine grosse Rolle spielen und wenn ein Kind einem Elternteil zusieht, wie diese Sucht ausgelebt wird, kann es zu zwei Reaktionen kommen, wie z.B. die Ansicht, dass es normal sei oder es als abstossend zu empfinden, schätze ich.
P. S. 20.10.2014 22:23:03
Seit rund 10 Jahren trinke ich jedes Wochenende einmal (Fr oder Sa) reichlich über den Durst, an den anderen 6 Tagen nichts oder nur sehr kontrolliert. Obwohl ich nur Bier trinke, mein Leben in keinster Weise davon beeinträchtigt ist und ich körperlich und geistig topfit bin, würde mich wunder nehmen, ob ich davon irgendwelche Schäden davontragen kann und ob ich das testen lassen kann.
Oliver Grehl
Da haben Sie vollkommen recht. Eine erbliche Belastung bedeutet nicht zwingend, dass sich die Krankheit bei allen Komponente spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Sowohl hinsichtlich der Nachahmung als auch hinsichtlich des "Andersmachens"
Tibor Rasovszky
Man weiss inzwischen aus mehreren Untersuchungen, dass auch das punktuelle übermässige Trinken ähnliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann wie ein regelmässig übermässiger Alkoholkonsum. Ob sich bereits Anzeichen für Schäden finden können Sie bei Ihrem Hausarzt oder in einer Suchtfachstelle untersuchen lassen.
D. K. 20.10.2014 22:25:57
Ich wollte fragen, wie man einer Person auf beste Weise beibringen kann, dass eine Therapie nötig ist, wenn der/die Betroffene gar nicht einsieht, dass sie an einem Suchtproblem leidet. Ich gehe jetzt davon aus, dass 1,5 Flaschen Weisswein nach dem Feierabend nicht als normal gelten. Zusätzlich wird es am Wochenende schnell mehr, da die Person meist schon Mittags zu trinken anfängt. Das familiäre Umfeld hat das Problem längst bemerkt und sogar fremden Menschen fällt es auf. Vielen Dank im Voraus
Oliver Grehl
Häufig ist es tatsächlich so, dass Betroffene Personen erst einmal nicht in eine Therapie gehen wollen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass Angehörige sich für sich selber (alleine oder zu Mehreren) eine Beratung organisieren und dort dann das weitere Vorgehen planen.
k. m. 20.10.2014 22:28:19
ich war lebenslang ein alkoholiker. mit 80 gelang mir quasi über nacht die beendigung der sucht! sollte ich nicht versuchen, das geschehen zu rekonstruieren um womöglich vielen süchtigen helfen zu können ?
Tibor Rasovszky
Es wäre sicher für einige andere Betroffene interessant, zu erfahren wie Sie ihre Sucht überwunden haben. Allerdings sind genauso wie die Gründe die zur Sucht geführt haben auch die Ansätze die den Betroffenen helfen, diese zu überwinden von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Wenn es die eine Strategie geben würde, die allen hilft, dann wäre diese definitiv schon niedergeschrieben und in alle möglichen Sprachen übersetzt worden.
M. T. 20.10.2014 22:28:36
Guten Abend die Herren. Ich bin Alkoholikerin und seit 30 Jahren trocken. Einen Absturz habe ich auch erlebt und weiss wie das funktioniert. Ich könnte mir nicht vorstellen ein Medikament einnehmen zu müssen um weniger zu trinken. Das würde heissen, dass man ein Leben lang die Unterstützung einer Therapie bräuchte, um keinen Absturz zu machen wenn es einem mal schlecht geht. Ich finde, kontrolliertes Trinken wäre ein Stress für mich. Deshalb plädiere ich für 100% Abstinenz = 100% Erfolg :-)
Oliver Grehl
30 Jahre trocken ist eine tolle Leistung und hier wird Sie sicherlich niemand zum kontrollierten Trinken überreden wollen! Aber was für Sie gut ist, muss für andere nicht unbedingt auch gut sein. Daher sind wir froh, dass wir als Therapeuten mehrere Therapieoptionen zur Verfügung haben und gemeinsam mit unseren Patientinnen die beste Strategie herausfinden können! Danke für Ihren Beitrag!
C. W. 20.10.2014 22:31:28
Guten Abend, mein Vater trinkt nachmittags und abends jeweils 2 bis 3 Bier, und das schon seit ich ihn kenne. Ist das einfach Gewohnheit oder hat er ein Alkoholproblem?
Oliver Grehl
Ob hier bereits ein Alkoholproblem vorliegt lässt sich auf die Entfernung nicht so einfach sagen. Wenn dieser Konsum seit Jahren und täglich stattfindet, dann ist das sicherlich eher riskant (hoffe, dass ich richtig verstanden habe: nachmittags 2-3 und Abends 2-3 Bier?). Hier würde ich eine unverbindliche Beratung in einer Fachstelle oder auch bei der Hausärztin empfehlen.
B. W. 20.10.2014 22:33:39
Guten Abend. Ich Trinke seit Jahren auch nur am Wochenende, mit bösen Folgen am nächsten Tag mit Kopfschmerz bis selte Kreislaufkolapps oder noch seltener Bettnässen. ich rauche und trinke nicht während der Woche, punkto Rauchen habe ich eh ein Bronchitisproblem, der Hausarzt rät mir ganz aufzuhören. Jedoch am Freitag oder Samstag gehe ich aus, trinke dann zu viel und rauche zuviel. Kann mir das Medikament Selenco helfen, dieses punktuelle übermässige Trinke einzudämmen?
Tibor Rasovszky
Versprechen kann man Ihnen das nicht, aber es wäre möglich und definitiv einen Versuch wert. Allerdings sollte der Versuch in eine Behandlung eingebettet sein, die auch Gespräche und andere Strategien beinhaltet, die helfen können, diesen punktuell übermässigen Konsum in den Griff zu bekommen.
M. R. 20.10.2014 22:34:20
Ist es möglich, oder realistisch, dass man ohne professionelle Hilfe kontrolliert trinken kann? Oder ist der Weg zum Hausarzt oder einer Beratungsstelle umungänglich?
Oliver Grehl
Kontrolliertes Trinken ist der Name eines strukturierten Therapieprogrammes, welches man in einer Fachstelle erlernen kann. Das heisst aber nicht, dass Sie nicht alleine versuchen können, Ihre Trinkmenge zu reduzieren, oder z. B. 2 Tage in der Woche nichts zu trinken. Die Erfahrung zeigt, dass ca. 40% aller Abhangigkeitskranken ohne Therapie an Ihrer Situation etwas ändern.
R. B. 20.10.2014 22:37:32
Herr Dr. Grehl, Mein Sohn hat das Gefühl, dass er überhaupt kein Problem hat. Wenn ich ihn auf sein Verhalten anspreche, läuft er davon. Er will gar nicht über Alkohol sprechen. Wie bringe ich ihn dazu mit uns oder alleine in diese Beratungsstelle zu begeben?
Oliver Grehl
Sie können auch alleine als Eltern in eine Angehörigen- Beratung gehen, zum Beispiel auch, um hier Strategien zum Umgang mit dieser Situation zu besprechen. Anfänglich ist es nicht zwingend nötig, dass Ihr Sohn mit in die Therapie kommt. Wenn er merkt, dass sich Ihr Verhalten ändert wird er vielleicht neugierig...
L. G. 20.10.2014 22:41:35
Was ist schädlicher: ein Dezi Wein täglich oder je ein Tag ohne Wein und zwei am folgenden Tag? Vielen Dank im voraus. Lucie Gygax-Munari
Oliver Grehl
Grundsätzlich scheint täglicher Konsum schädlicher zu sein als ein Konsum mit Trinkpausen. Als Frau dürfen Sie bis zu 2 x 1dl Wein am Tag trinken bei 2 alkoholfreine Tagen/ Woche und Sie dürften die Wochenmenge nicht kumulieren. Diese Empfehlung stammt von der WHO
B. W. 20.10.2014 22:42:34
Ich habe wie viele Leute hier das Wochenend-Trinkersymptom. Am Folgetag mit starken Kopfschmerzen (Schmerzmittelkonsum) in seltenen Fallen erlebte ich Kreislaufkolapse oder Bettnässen. Auch rauche ich nur wenn ich Alkohol trinke. Kann mir Selenica die Wochenend Alkohollust drosseln? Ausser einem erhöhten Cholesterinwert bin ich gesund.
Tibor Rasovszky
Wie gesagt, kann es sein, dass Ihnen Selincro dabei hilft. Aber die von Ihnen geschilderten Symptome weisen auf einen sehr hochdosierten Alkoholkonsum an den Wochenenden hin, der sicher langfristig für Ihre gesundheit ein Risiko darstellt. Deshalb würde ich an Ihrer Stelle dem Behandlungsversuch mit Selincro sicher eine gründliche körperliche Untersuchung vorausgehen lassen.
R. B. 20.10.2014 22:43:13
Herr Dr. Grehl, vielen Dank. Bis jetzt hat mir jeder gesagt, dass ich mich an niemand wenden kann da der Junge volljährig ist.
Oliver Grehl
klar, aber niemand verbietet Ihnen, sich selber Hilfe zu organisieren. Das Leid trifft ja häufig die Angehörigen...